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Samstag, 16. März 2013

Mein Kampf mit der Chocolate Republic

Eintrag ins Gästebuch bei "das kremer –
Das Bremer Gästehaus"


Am Morgen fahre ich mit ICE von Berlin über Hamburg nach Bremen. In Hamburg muss ich umsteigen und dann geht es weiter mit dem Metronom nach Bremen. Auch diese Züge sind überfüllt und man findet kaum einen Sitzplatz. Ich habe Glück. Einer ist noch im Panoramawagen frei, neben einem Mann, der halb so groß ist wie ich, aber doppelt so kräftige Oberarme hat. Er trägt eine Sportjacke mit silbernem Kapuze. Als Smartphone würde ich ihm ein Galaxy S3 zuordnen - und so ist es dann auch. Ich schreibe ein wenig und versuche etwa 10 Minuten eine Tafel Schokolade von "Strauss Innovation" zu öffnen. Die habe ich am Berliner Hauptbahnhof gekauft. Ich glaube, die wird unter dem Begriff „Chocolate Republic by Maison Strauss“ vermarktet. Sie ist weiß mit roten Chilikörnern. Auf der Verpackung sehe ich eine rote Pfeillinie und ich vermute, dass man sie entlang dieser Markierung aufreissen kann, aber nichts dergleichen gelingt mir. Das durchsichtige Plastikmaterial ist einfach zu reissfest. Warum dann diese Linie? Können die nicht eine kleine Schere der Packung zufügen, aber hoffentlich nicht so, dass auch die Schere unter der Folie ist. Ich verliere trotzdem nicht die Geduld, zerre oben und unten und immer wieder an der roten Pfeilmarkierung. Endlich zerreisst die Verpackung, nachdem ich einfach an der Seite mit beiden Händen gezerrt habe. Inzwischen ist aber die Tafel durch mein Pressen, Zerren und Ziehen beinahe zerbröselt. Hinter mir schreit ständig ein Kind. Soll ich dem ein wenig von den Chili-Schokoladenbröseln geben, damit es sich beruhigt? Nein, eigentlich brauche ich nach diesem Kampf eher etwas zur Beruhigung. Ich esse die halbe Tafel. Sie schmeckt weder gut noch schlecht. Die muskulöse Silberkapuze neben mir scheint alles gar nicht zu bemerken.

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